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Die Burgruine Rotund thront auf rund 1.500 Metern Höhe oberhalb von Taufers im Münstertal im westlichen Vinschgau. Durch ihre exponierte Lage zählt sie zu den höchstgelegenen Burganlagen Südtirols. Besonders markant ist der mächtige runde Bergfried, der weithin sichtbar über dem Tal aufragt und der Burg vermutlich auch ihren Namen gab.
Die Burg entstand im Mittelalter als Verwaltungssitz des Bistums Chur im Münstertal. Ab dem 12. Jahrhundert sind Dienstmannen der Bischöfe von Chur auf Rotund nachweisbar. Später wechselte die Anlage mehrfach ihren Besitzer und gelangte unter anderem an die Herren von Reichenberg sowie an die Tiroler Landesfürsten. Im Jahr 1555 übernahm die Familie Hendl die Burg. Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts begann die Anlage zunehmend zu verfallen.
Burgruine mit Blick über das Münstertal
Rotund wurde auf einem steil abfallenden Felshügel errichtet und war dadurch hervorragend geschützt. Der noch heute weithin sichtbare runde Bergfried stammt aus der frühen Bauphase der Burg. Teile der Ringmauern und weitere Mauerreste vermitteln noch immer einen Eindruck von der einstigen Größe der Anlage.
Unterhalb von Rotund befindet sich die Burgruine Reichenberg, die ebenfalls eng mit der Geschichte des Bistums Chur verbunden ist. Beide Ruinen liegen nur wenige hundert Meter voneinander entfernt und lassen sich bei einer Wanderung oberhalb von Taufers miteinander verbinden.
Von der Burgruine eröffnet sich ein eindrucksvoller Blick über Taufers im Münstertal, das Val Müstair und die umliegende Bergwelt. Die Verbindung aus mittelalterlicher Geschichte, aussichtsreicher Lage und den beiden nahe beieinanderliegenden Burgruinen macht Rotund zu einem besonderen Ausflugsziel im äußersten Westen Südtirols.