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Die Burg Obermontani erhebt sich auf einem markanten Felsrücken oberhalb von Morter bei Latsch am Eingang des Martelltals. Gemeinsam mit der nahe gelegenen Burgruine Untermontani und der Kapelle St. Stephan bildet sie ein eindrucksvolles historisches Ensemble im Vinschgau.
Die Burg wurde um 1228 von Graf Albert III. von Tirol errichtet. Da der Bauplatz zum Herrschaftsgebiet des Bistums Chur gehörte, kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den Grafen von Tirol und den Churer Bischöfen. Im Jahr 1299 gelangte die Burg an die Herren von Montani, denen sie ihren heutigen Namen verdankt.
Fundort einer Handschrift des Nibelungenliedes
Besondere kulturhistorische Bedeutung besitzt Obermontani als Fundort einer Original-Handschrift des Nibelungenliedes aus dem Jahr 1323. Die wertvolle mittelalterliche Handschrift wurde im 19. Jahrhundert durch den Benediktiner und Historiker Beda Weber gesichert und wird heute in der Staatsbibliothek zu Berlin aufbewahrt.
Die Burganlage wird von einer mächtigen Ringmauer mit charakteristischen Schwalbenschwanzzinnen umgeben. Erhalten sind unter anderem Teile des Palas, ein Wohnturm sowie weitere mittelalterliche Mauerreste. Aufgrund ihres baulichen Zustands kann die Burg derzeit nur von außen besichtigt werden.
Wandern rund um Obermontani
Ein Ausflug zur Burg lässt sich hervorragend mit der nur wenige Gehminuten entfernten Kapelle St. Stephan verbinden. Sie ist vor allem für ihre außergewöhnlichen mittelalterlichen Fresken bekannt. Etwas weiter nördlich befindet sich außerdem die Burgruine Untermontani.
Die Verbindung aus mittelalterlicher Burgenlandschaft, bedeutender Literaturgeschichte und der Lage am Eingang des Martelltals macht Burg Obermontani zu einem besonders interessanten Kulturziel im Vinschgau.